15.09.2010 21:55 Uhr - 1. Bundesliga - PM Vereine / dpa

HC Leipzig gewinnt Spitzenspiel gegen Leverkusen

Ania Rösler erzielte acht TrefferAnia Rösler erzielte acht Treffer
Quelle: sportseye.de
Die Handballerinnen des HC Leipzig haben die erste große Hürde in der neuen Bundesliga-Saison genommen. Der deutsche Meister fegte am Mittwochabend Pokalsieger Bayer Leverkusen mit 41:28 (20:14) vom Feld. Damit bleibt der Titelverteidiger auch am dritten Spieltag weiter ungeschlagen. Vor 2379 Zuschauern in der heimischen Arena waren Karolina Kudlacz (10/3) und Ania Rösler (8) die besten Leipziger Werferinnen. Aufseiten der Westfalen trafen Anna Loerper (10/1) und Laura Steinbach (6) am meisten.

„In Leipzig haben wir nichts zu verlieren“, hatte Renate Wolf schon vor der Partie geahnt, dass es ein schwerer Gang beim Ligaprimus werden würde. Es wurde vor allem aufgrund einer schwachen Leistung in der zweiten Halbzeit eine deutliche Niederlage, die mit dem Endstand von 41:28 (20:14) aus Sicht des HCL auch in die Rekordlisten dieses Duells ihren Eintrag findet, denn niemals ging ein Duell dieser beiden Teams derartig deutlich aus. Leipzigs bislang höchste Siege standen bislang mit 34:25 (95/96) und 31:22 (05/06) zu Buche, die Elfen konnten in der Saison 03/04 einmal mit zwölf Toren (32:20) gewinnen.

Die Partie begann ausgeglichen. Die Gäste, die ohne Denisa Glankovicova (Knieverletzung) antreten mussten, markierten den ersten Treffer. Glatte neunzig Sekunden waren gespielt, als Ex-Elfe Anne Müller beim 2:2 ihren ersten Bundesligatreffer gegen Leverkusen erzielen konnte und Natalie Augsburg brachte beim 3:2 den HCL erstmals in Führung. der Meister unterstrich seine Titelambitionen und gab den Elfen einen Geschmack darauf, was sie in der Königsklasse erwartet. Jeder Fehler wurde gnadenlos bestraft. Katja Schülke glänzte hinter einer stabil stehenden Deckung und Leipzig konnte sich nach drei Treffern in Folge durch Lyksborg, Rösler und Eriksson zum 7:4 (8.) erstmals etwas Luft verschaffen.

Selbst in Unterzahl blieben die Leipzigerinnen hochkonzentriert und konnten trotz einer Spielerin weniger auf dem Parkett den Vorsprung weiter ausbauen (13:9/15.). Abschütteln ließen sich die Gäste jedoch nicht, bis zum 14:12 (21.) durch Marlene Zapf deutete nichts auf die sich anbahnende hohe Niederlage hin. Die Schlussphase gehörte dann jedoch dem HCL, der noch vor dem Seitenwechsel die 20 Tore voll machte und mit einem Vorsprung von sechs Toren in die Pause ging. Im Endspurt der ersten Halbzeit machten die Gastgeberinnen weiter Druck und gingen mit einen Sechs-Tore-Vorsprung in die Kabine.

Nach dem Seitenwechsel machten die Leipzigerinnen da weiter, wo sie vor der Pause aufgehört hatten. Dank vieler Paraden von Torhüterin Katja Schülke und der guten Chancenverwertung wuchs der Vorsprung auf komfortable neun Tore an (24:15/37.). Hochkonzentriert agierte der HCL, lief die Gegenstöße reihenweise und lag zwanzig Minuten vor dem Ende erstmals mit zehn Toren vorne. Karolina Kudlacz hatte mit einem Doppelschlag zum 27:17 getroffen. Die Bayer-Handballerinnen kamen aber noch einmal zurück und kämpften sich noch einmal auf sieben Tore (31:24) heran. In den letzten zwölf Minuten stellte Leipzig aber noch einmal eindrucksvoll die Kräfteverhältnisse klar und schickte die Elfen mit einer historischen Niederlage auf die lange Reise nach Dänemark, wo am Wochenende die Qualifikation um die Champions League auf dem Programm steht.

"Wir haben offensiv gut gespielt, ich war zufrieden", sagte HCL-Trainer Heine Jensen, während Bayer-Trainerin Renate Wolf total angefressen war: "Ich bin sehr sauer auf meine Mannschaft. In der ersten Halbzeit haben wir uns ganz anders präsentiert als gegen Buxtehude. Wir haben dann allerdings einige Chancen nicht genutzt und dann ein paar leichte Gegentore kassiert. In der zweiten Halbzeit haben wir uns dann allerdings abschlachten lassen“, fasste Renate Wolf den Spielverlauf zusammen.“