28.04.2013 17:39 Uhr - 1. Bundesliga - fcb

Nach dem Pokal auch in der Liga: HC Leipzig stößt zum Thüringer HC ins Finale vor

Führte souverän Regie: Maura VisserFührte souverän Regie: Maura Visser
Quelle: S. Brauner, HCL
Der HC Leipzig hatte das Halbfinal-Hinspiel auswärts mit 24:22 gewonnen. In der Arena Leipzig gelang dem deutschen Rekordmeister gegen den Buxtehuder SV, wie schon vor Wochenfrist im Pokal-Halbfinale, ein guter Start. Aus einer starken Abwehr heraus erarbeiteten sich die spielfreudigen Leipzigerinnen eine 14:9-Halbzeitführung und verhinderten, dass Buxtehude ins Spiel kam. Über eine engagierte Abwehr versuchte der BSV die Wende, die Effektivität im Abschluss machte jedoch weiter den Unterschied aus, sodass der HC Leipzig auch das Rückspiel gewann und mit einem 28:20-Erfolg ins Endspiel der Deutschen Meisterschaft einzieht.

Der HC Leipzig sog die lautstarke Kulisse im eigenen Wohnzimmer von der ersten Sekunde an auf und nutzte den Rückenwind von den Rängen. Die, wie schon in den Vorwochen, starke Spielmacherin Maura Visser (8/6 Treffer) dirigierte das Angriffsspiel souverän und Karolina Kudlacz zeigte sich mit dem Doppelschlag zum 3:1 nach fünf Minuten in Torlaune. Bont erhöhte auf 4:1, Leipzig lief rund. Früh benötigte Dirk Leun daher die Auszeit, um die hohe Fehlerzahl und die erkennbare Nervosität seiner Sieben zu begrenzen. Der schwache Start setzte den Buxtehuder SV früh unter Druck.

Nun spielte Buxtehude ruhiger auf. Die Abwehr wirkte sortiert und profitierte auch von der einen oder anderen Parade von Jana Krause, die ihrem Team nach 13 Minuten die Chance zum 5:6-Anschlusstreffer eröffnete. Allerdings zeigte auch Krauses Gegenpart Katja Schülke ihr Können und wehrte den Ball ab. Trainer Thomas Ørneborg verlangte kurz darauf nach einer Auszeit um den HC Leipzig mit Ideen im Angriff und der Abwehr in Vorlage zu halten. Vor allem die Deckung blieb dabei das große Plus der Messestädterinnen, die den Vorsprung auch unter Druck verteidigten.

Buxtehude gelang es zwar kurzzeitig, die Angriffspläne des HCL zu durchkreuzen, in dem umkämpften Duell blieb aber das Offensivspiel der größte Makel, sodass der Ausgleichstreffer in dieser Phase verpasst wurde. Die Abschluss-Schwäche des Teams von Dirk Leun machte Leipzig wieder stark. Lang ging entschlossen Richtung Tor und ermöglichte dem HCL beim 9:6 die abermalige Drei-Tore-Führung. Diese schnellen Treffer wirkten wie Nadelstiche gegen den BSV, der aufwändig agieren musste, um Leipzig in Verlegenheit zu bringen und oftmals leer ausging. Vier Minuten vor der Pause hieß es 13:8.

Bis zum Seitenwechsel änderte sich nichts mehr am Kräfteverhältnis, mit 14:9 trennten sich die Wege beim Gang in die Kabinen. Sieben Tore Vorsprung für Leipzig im Kampf um den Finaleinzug kamen einer Vorentscheidung gleich. Entsprechend gespannt waren die mitgereisten Buxtehuder Fans, ob es ihrer Mannschaft gelingen würde, den Bock umzustoßen. Die Hoffnungen darauf nährte eine veränderte, lauffreudige offensive Abwehrformation des BSV, die gleich zweimal den Ball eroberte. Buxtehude belohnte sich jedoch nicht konsequent, Leipzig konnte sich weiterhin auf Katja Schülke verlassen.

Früh steuerte HCL-Trainer Ørneborg trotz der 15:11-Führung nach sechs Minuten mit einem Team-Timeout gegen das Aufbäumen der Buxtehuderinnen. Mit Erfolg, Saskia Lang und Natalie Augsburg besorgten in Überzahl die 17:11-Führung. Das Team von Dirk Leun kämpfte zwar wie besessen, aber letztlich vergebens, da nur Stapelfeldt individuell stark war. Ein weiterer Doppelschlag zur 22:15-Führung, also neun Tore Vorsprung für die Sächsinnen 13 Minuten vor Schluss, zementierte bald den Finaleinzug des HC Leipzig, bei dem die 26-jährige Saskia Lang mit sieben Toren überragte.

Die Gastgeberinnen brachten die Partie konzentriert zu Ende und profitierten von ihrer breiten Bank und der Abwehr. Buxtehude kam über das gesamte Spiel hinweg kaum in Wurfdistanz und profitierte nur von den Strafwürfen Lone Fischers und den Torwürfen Jana Stapelfeldts, die zudem kurz vor Schluss verletzt ausschied. Leipzig überragte den Konkurrenten wie schon im Pokal-Halbfinale und zieht mit einem souveränen 28:20 ins Finale ein. Auch fünf BSV-Treffer in den letzten zehn Minuten ohne Stapelfeldt veränderten den Rückstand und das harte Los der Niederlage nicht mehr.