30.08.2019 12:47 Uhr - 2. Bundesliga - PM Freiburg

Red Sparrows mit Top-Platzierung beim Lotto-Cup: Vierter Platz hinter zwei Erstligisten

HSG Freiburg beim Lotto-CupHSG Freiburg beim Lotto-Cup
Quelle: HSG Freiburg
Nach dem neunten Platz im vergangenen Jahr, bei dem die Freiburgerinnen als Drittligist die B-Runde für sich entscheiden konnten, wollten die Red Sparrows als frisch gebackener Zweitligist diesmal den Einzug in die Finalrunde der besten acht Teams schaffen. Am Ende erreichte die Mannschaft einen starken vierten Platz, hinter den Erstligisten TuS Metzingen und Kurpfalzbären sowie dem zu den Meisterschaftskandidaten der 2. Liga zählenden VfL Waiblingen.

Früh am Samstagmorgen ging es für die Freiburger Handballerinnen um Beate Czok, die den Chef-Trainer Ralf Wiggenhauser erneut glänzend vertrat, zum zweiten Mal in Folge nach Ludwigsburg zum hochklassig besetzten Lotto Cup 2019. Das erste Gruppenspiel bestritt man gegen den hochgehandelten niederländischen Erstligisten Carbooter HandbaL Venlo. Dem Pokalfinalisten wurde schon im Vorhinein die Favoritenrolle und evtl. Siegchancen beim diesjährigen Lotto Cup zugesprochen. Entsprechend motiviert starteten die Freiburgerinnen in die Partie. Im Spielmodus von 2x20min hatten die Sparrows zu Beginn etwas Startschwierigkeiten und ließen den Niederländerinnen vor allem im Abwehrzentrum zu viel Platz, sodass sich ein ausgeglichener Spielverlauf zeigte. Nach der Halbzeitansprache und einigen Umstellungen in der Abwehr kamen die Freiburgerinnen besser ins Spiel und konnten mit einer verbesserten Absprache in der Abwehr und einem schnellen Ball nach vorne leichter Tore erzielen und sich den entscheidenden Vorsprung zum 16:14-Sieg sichern.

Im zweiten Spiel des Tages ging es gegen den TSV Wolfschlugen. Bereits im Juli waren die Red Sparrows beim Erna-Feinauer-Turnier in Echterdignen auf den 3.-Liga-Aufsteiger getroffen, konnten dort jedoch lediglich ein Unentschieden erzielen. Das dortige Remis war den Freiburgerinnen noch deutlich im Gedächtnis geblieben und so ging man motiviert und mit dem klaren Ziel eines Sieges in das Spiel. Die Abwehr stand nun etwas besser als im ersten Spiel und mithilfe variabler Auslösehandlungen und einer schnellen ersten und zweiten Welle kamen die Freiburgerinnen immer wieder zu freien Chancen. Wie schon im Juli scheiterte man jedoch immer wieder am Torabschluss. Zu viele verworfene Bälle ließen das Ergebnis lange Zeit offen. Erst nach der Halbzeitpause waren es die Freiburgerinnen, die den längeren Atem hatten und somit zum Ende doch ein deutliches Ergebnis von 23:15 erzielen konnten.

Im letzten Vorrundenspiel ging es gegen die junge Mannschaft aus dem österreichischen Dornbirn. Nach zwei Siegen war das Ziel Gruppensieg klar gesetzt. Nochmal eine aggressive und sichere Abwehr spielen, sowie vorne die technischen Fehler und vor allem die Fehlwürfe abstellen war die Devise für das letzte Spiel des Tages. Hochkonzentriert starteten die Freiburgerinnen und zeigten von Beginn an ihre Klasse. Lediglich der Rückzug ließ streckenweise etwas zu wünschen übrig. Aufgrund der Erfahrung und technischen Fertigkeiten waren die letzten 2 Punkte des Tages jedoch nie in Gefahr und Beate Czok konnte auch im letzten Spiel nochmals allen Spielerinnen die Möglichkeit zu Einsatzzeiten auf dem Spielfeld geben. Am Ende siegten die Sparrows mit 20:13 und holten sich mit 6:0 Punkten den Gruppensieg. Den Abend verbrachte die Mannschaft mit gutem Essen in der Ludwigsburger Innenstadt, übernachtet wurde in einer Sporthalle.

Am Sonntag wartete im Viertelfinale dann ein echter Gradmesser für die kommende Saison: Es kam zum Duell mit dem deutschen Rekordmeister HC Leipzig, welcher als Meister der 3. Liga Ost ebenfalls in der kommenden Saison in der 2. Bundesliga an den Start gehen wird. Gegen das junge Team von Jacob Dietrich, das gespickt ist mit jungen Nationalspielerinnen und lautstark vom mitgereisten Fanclub unterstützt wurde, entwickelte sich ein sehr emotionsgeladenes Spiel. Man startete hochkonzentriert und konnte gleich zwei schnelle Tore erzielen. Die Abwehr stand kompakter als am Vortag und man konnte den ein oder anderen Wurf aufs Tor vereiteln. Immer wieder war es Carolin Spinner, die sowohl vorne als auch in der Abwehr ihre Klasse zeigte und die Mannschaft als Kapitän zusammenhielt. Dennoch gelang es den Freiburgerinnen nicht sich entscheidend abzusetzen und immer wieder kamen die Leipzigerinnen mit ihren Kreuzungen vor der Abwehr zu Abschlüssen, bei denen auch Debora D´Arca, welche am Wochenende eine Spitzenleistung zeigte, das Nachsehen hatte. In der zweiten Hälfte waren es erneut die Freiburgerinnen, die mithilfe eines schnellen Umschaltspiels letztlich die entscheidenden Tore machten und als Team mit einer harten Abwehr und mutigen Aktionen im Angriff letztlich mit einem 20:17-Erfolg den Einzug ins Halbfinale feiern.

Dort war der Gegner kein Geringerer als der Erstligist Kurpfalz Bären aus Ketsch. Als klarer Außenseiter gingen die Freiburgerinnen in die Partie, hielten aber durch ihren starken Abwehrverbund, der die Mannschaft im ganzen Turnier ausgezeichnet hatte, lange dagegen. Bis zum 15:16 waren die Mädels fast auf Augenhöhe, gegen Spielende summierten sich jedoch die technischen Fehler der Freiburgerinnen, welche die Ketscher Bären in Form von Tempogegenstößen gnadenlos ausnutzten. Der Endstand von 16:22 war dem Spielverlauf gerecht und so ging es also in das Spiel um Platz 3 gegen den VfL Waiblingen, der im zweiten Halbfinale gegen den TuS Metzingen verloren hatte. Die Tigers, mit denen man sich vor zwei Jahren noch in der 3. Liga duelliert hatte, werden inzwischen zu den Meisterschaftskanditen in der 2. Bundesliga gezählt und gingen dementsprechend als Favoriten ins kleine Finale. Mit viel Kampf und Teamgeist wollten die Red Sparrows auch im letzten Spiel nochmal alles rausholen und spielten über lange Strecken einen konzentrierten und attraktiven Handball. Jedoch zeigte sich das Kräftezehren der vergangenen Spiele und der VfL konnte sich aufgrund seines Kaders und seiner Klasse am Schluss deutlich mit 22:16 gegen die Freiburgerinnen behaupten.

Mit dem 4. Platz hinter zwei Erstligisten können die Red Sparrows aber mehr als zufrieden sein. So zog auch Co-Trainer Markus Lais ein positives Fazit des Wochenendes: "Die Mädels haben sowohl in der Abwehr als auch im Angriff vielversprechende Ansätze gezeigt und sich auch gegen vermeintlich stärkere Gegner teuer verkauft. Gerade die mannschaftliche Geschlossenheit sowie eine gute kämpferische Leistung waren der Schlüssel zum Erfolg. Wird in den nächsten zwei Wochen noch an einigen Stellschrauben gedeht, ist die Mannschaft gut für die erste Saison in der 2. Bundesliga gerüstet".

Platzierungen:
1. TuS Metzingen (1. Bundesliga)
2. Kurpfalz Bären Ketsch (1. Bundesliga)
3. Waiblingen Tigers (2. Bundesliga)
4. Red Sparrows HSG Freiburg (2. Bundesliga)
5. HC Leipzig (2. Bundesliga)
6. Carbooter HandbaL Venlo (1. Liga Niederlande)
7. TG Nürtingen (2. Bundesliga)
8. HCD Gröbenzell (3. Liga Süd)
9. SG Schozach-Bottwartal (3. Liga Süd)
10. Sokol Pisek (1. Liga Tchechien)
11. HSG Gedern-Nidda (3. Liga Mitte) & TSV Wolfschlugen (3. Liga Süd)
13. HV Herzogenbuchsee (1. Liga Schweiz)
14. Westfriesland SEW (1. Liga Niederlande)
15. GC Amicitia Zürich (1. Liga Schweiz) & SSV Dornbirn-Schoren (1. Liga Österreich)