02.09.2019 11:25 Uhr - DHB-Pokal - PM Vereine, red

Waiblingen kann Jungbären erst nach der Pause distanzieren

Pia BüßeckerPia Büßecker
Quelle: Lars Thieme, Kurpfalz Bären
Die Handballerinnen der Tigers Waiblingen sind ihrer Favoritenrolle gerecht geworden und stehen in der 2. Runde um den DHB-Pokal. Beim 28:19-(14:11)-Auswärtserfolg gegen den Drittligisten TSG Ketsch II mangelte es dem VfL-Team jedoch in der ersten Halbzeit deutlich an Konzentration. Erst nach Wiederbeginn wurde das Waiblinger Spiel besser.

Selten hat man Jungbären-Coach Fuladdjusch bei einer Pressekonferenz nach einer 19:28 Neiderlage derart zufrieden gesehen. Soeben haben seine Junioren gegen den VFL Waiblingen in der ersten Pokalrunde des DHB eine grandiose Leistung abgerufen und den haushohen Favoriten lange Zeit mehr als nur geärgert.

Die Jungbärinnen aus der Kurpfalz kamen wesentlich besser aus den Startlöchern und legten die 2:0-Führung vor. Die offensive und aggressive TSG-Abwehr schmeckte den Waiblingerinnen nicht. Die mangelnde Konzentration im VfL-Spiel führte zu einer Vielzahl technischer Fehler, die der Gastgeber zu einfachen Gegentoren nutzte. Die Tigers benötigten fast acht Minuten bis zum ersten Torerfolg: Waiblingens am Ende mit acht Toren erfolgreichste Torschützin Ann Kynast traf zum 1:2.

Auszeiten zu den richtigen Zeitpunkten




Bis zur 18. Minute und dem 6:7-Zwischenstand aus Ketscher Sicht war es eine offene Partie. Selbst der anschließende Waiblinger Zwischenspurt zum 6:11 warf Ketsch nicht aus der Bahn, da Coach Fuladdjusch in den richtigen Momenten seine zwei Auszeiten nahm. Aus dem Positionsspiel heraus war der TSG-Angriff nicht das Problem der Waiblingerinnen, aber die eigenen Ballverluste vorne sorgten dafür, dass die Junior-Bärinnen wieder auf 10:11 heranrückten.

Schon jetzt waren die knapp 100 Zuschauer vom Zusammenspiel von Katrin Rüttinger im Tor und der wieselflinken Ina Bühl begeistert, die vier Pässe ihrer Keeperin traumwandlerisch fangen konnte und spektakulär verwandelte. Trotz der besseren individuellen Klasse der Tigers hielt der Drittligist mit seinem Kampfgeist auch beim Pausenstand von 11:14 die Entscheidung noch offen.

Einen besseren Eindruck hinterließ das VfL-Team erst im zweiten Durchgang. Die Abwehr stand noch kompakter. Dadurch spielte die TSG sehr lange Angriffe, die aber kaum noch zu Torerfolgen führten. In der wenigen Zeit, die der VfL dann in Ballbesitz war, agierten die Tigers-Angreiferinnen nun wesentlich konzentrierter. Der Trefferabstand wuchs dadurch kontiniuerlich an.

Junge Kurpfaözbären überzeugen




Beim 13:24 durch Simona Nikolovska nach gut 50 Minuten war die höchste Waiblinger Führung erreicht. Doch in der letzten Viertelstunde zeigten bei den Gastgeberinnen gerade die jungen Spielerinnen, was in ihnen steckt. Vari Novichikhina gelangen sehenswerte Treffer aus dem Rückraum, Jule Haupt überzeugte mit ihrer frechen Spielweise und auch Selina Renner im Tor und Sarina Genova am Kreis wussten zu gefallen. Bei Waiblingen hingegen schlichen sich wieder Unkonzentriertheiten ein. Ketsch gelang dadurch noch die Ergebniskorrektur zum 19:28-Endstand.

"Was wir in der ersten Halbzeit gezeigt haben, darf so nicht sein", äußerte sich Waiblingens Co-Trainer Adrian Müller zum Auftritt der Tiger Girls. "Mit nur 80 % Konzentration tut man sich auch gegen einen Drittligisten schwer. Für unser erstes Punktspiel in Herrenberg ist eine deutliche Steigerung erforderlich", ergänzte Adrian. "Sonst geht es uns wie in der vergangenen Saison, in der wir gegen die oberen Mannschaften gute Spiele zeigten, gegen die eigentlich schwächeren jedoch verloren."

VfL Waiblingen: Hoogenboom, Pavic; Kynast (8/2), Hammer (1), Berisha (3/1), Teixeira da Silva (2), De Bellis (3), Nikolovska (5), Schraml (1), Hagen (2), Smits (1), Ridder (2)