08.09.2019 16:32 Uhr - 1. Bundesliga - PM Vereine, red

Kurpfalz Bären bei Liga-Auftakt in Bensheim trotz klarer Niederlage nicht unzufrieden

Saskia Fackel gegen die Deckung der FlamesSaskia Fackel gegen die Deckung der Flames
Quelle: Andrea Müller, Flames
In der ersten Halbzeit der neuen Saison zeigte der Klassenneuling aus Ketsch eine starke Leistung und hielt den hochfavorisierten Gastgeber vor mehr als 1.500 Zuschauern gut in Schach. Nach der Pause nutzten die Flames aber eine Schwächephase im Angriff der Gäste und entschieden das Spiel frühzeitig für sich. "Dennoch waren die Bärenfans von dem Auftritt ihrer Schützlinge keineswegs enttäuscht. Denn das Team hatte über viele Strecken des Spiels bewiesen, dass sie auch in der ersten Bundesliga durchaus bestehen können", so der Pressedienst der Gäste.

Insgesamt acht Neuzugänge musste Flames-Trainerin Heike Ahlgrimm in der Vorbereitung integrieren, wovon sechs Spielerinnen bisher noch ohne Erstligaerfahrung waren. Verzichten musste sie dabei neben der Langzeitverletzten Simone Spur Petersen auch auf den brasilianischen Neuzugang Carolline Dias Minto, deren Pass mit Visum unterwegs ist, aber nicht mehr rechtzeitig eingetroffen ist sowie auf Julia Niewiadomska, die am Wochenende A-Jugendbundesliga spielte.

Wer befürchtet hatte, dass ohne Sabine Stockhorst - die ihr erstes Kind erwartet - das Bärentor zum "offenen Gehäuse" werden könnte, war überrascht. Die junge Leonie Moormann präsentierte sich völlig unbekümmert, parierte in der Anfangsphase nicht nur zwei Siebenmeterwürfe, sondern hielt auch sonst glänzend gegen die wurfstarken Spielerinnen der Flames.

Den ersten Treffer für die Kurpfalz Bären setzte Lena Feiniler, die Flames antworteten mit einer Dreier-Serie, doch die Gäste konterten ihrerseits mit drei Treffern in Serie und legte noch einmal vor. Bensheim holte sich die Führung zwar umgehend zurück, bis zum 14:12 zur Pause konnten sich die Gastgeberinnen aber nicht absetzen.

Flames zünden den Turbo




Mit einem Doppelschlag zum Start in die zweite Halbzeit beeindruckten die Flames dann aber die Gäste, die in Überzahl zwar einen Treffer erzielten, in der Folge aber den Kontakt verloren. Binnen sieben Minuten waren die Flames auf 20:13 davongezogen. Nach einer Auszeit stabilisierten sich die Kurpfalz Bären zwar wieder, doch Bensheim gab nun den Ton an und setzte sich durch das 28:18 von Julia Maidhof zehn Minuten vor dem Ende sogar auf zehn Treffer ab. Der Aufsteiger konnte die Differenz bis zum 33:24-Endstand dann allerdings zumindest wieder in den einstelligen Bereich schieben.

Kate Schneider attestierte ihren Spielerinnen einen immensen Kampfgeist und bedauerte lediglich, dass in der zweiten Hälfte zu viele individuelle Fehler zu verzeichnen waren: "Leider haben wir es nach einem etwas verpatzten Start in die zweite Halbzeit nicht mehr geschafft, näher an den Gegner heranzukommen. Aber ich bin insgesamt nicht unzufrieden, da wir nach einer wenig optimalen Vorbereitung lange zeigen konnten, über welche Stärken wir verfügen."

"In ihrem allerersten Spiel in der ersten Bundesliga konnten Rebecca Engelhardt an der Abwehrspitze, Lena Feiniler im Deckungszentrum und am Wurfkreis, Samira Brand und Verena Oßwald im Rückraum lange mutigen Widerstand gegen die ambitionierten Bensheimerinnen leisten. In der zweiten Hälfte versuchte Carmen Moser ihr Team zu unterstützen, es war ihr aber anzumerken, dass sie aufgrund ihrer langwierigen Erkrankung noch nicht im Vollbesitz ihrer Kräfte war. Nicht wie gewohnt zum Zuge kam Saskia Fackel, die mit ihren Würfen wenig Glück hatte. Dafür konnten Lara Eckhardt und Sina Michels mit einigen gute Szenen die gegnerische Abwehr überraschen", so das Fazit des Pressedienstes der Kurpfalz Bären.

Stimmen zum Spiel




Heike Ahlgrimm (Bensheim):
Es war ein typisches Auftaktspiel. Man hat in der ersten Halbzeit gemerkt, wie nervös wir waren. Wir haben sechs Spielerinnen, die noch nie erste Liga gespielt haben. Das hat man in der 1. Halbzeit gesehen, dass wir viele Chancen hatten, aber so das letzte Quäntchen gefehlt hat. Wir haben uns viele Sachen erarbeitet und haben dann die ersten drei Siebenmeter verworfen. Wir haben uns dann in der Halbzeit gesagt, dass das klar war, aber dass wir heute besser sind. Das haben wir in der 2. Halbzeit eindrucksvoll bewiesen. Wir sind dann ins Rollen gekommen und es ist klar, dass dann bei uns viele Dinge funktionieren und bei Ketsch gehen dann eins, zwei Dinge daneben. Ich bin absolut froh. Wir haben zwei Punkte und darauf können wir aufbauen. Jetzt geht es weiter.

Katrin Schneider (Kurpfalz Bären):
Ich glaube, wir haben das in der 1. Halbzeit sehr, sehr gut gemacht. Wir hatten eine aggressive Abwehr und sind dann auch mit Tempo nach vorne gegangen. Für uns kam nur der Halbzeitpfiff funktionell ungünstig, weil wir gerade einen Lauf hatten, wo wir dann in der 2. Halbzeit gesehen haben, dass wir ein bisschen behäbig ins Spiel gekommen sind. Wir haben in der Offensive zu viele technische Fehler gemacht und haben zu viel verworfen. Aber im Endeffekt bin ich mit der kämpferischen Einstellung zufrieden. Wir haben natürlich auch, ehrlich gesagt, keine Ahnung gehabt, wo wir genau stehen. Ich finde, auf die erste Halbzeit kann man wirklich darauf aufbauen und schauen, dass wir auch das Positive, vor allem den Kampfgeist, mit in die nächsten Spiele nehmen.