04.12.2019 12:34 Uhr - Weltmeisterschaft - chs

Frankreich stoppt die Serie: Deutschland bei Handball-Weltmeisterschaft mit erster Niederlage

Trotz neun Toren von Emily Bölk wurde die deutsche Auswahl von Frankreich gestopptTrotz neun Toren von Emily Bölk wurde die deutsche Auswahl von Frankreich gestoppt
Quelle: Marco Wolf
Eine herausragende Lesitung von Emily Bölk (9 Tore) und eine starke Dinah Eckerle reichten Deutschland am Ende nicht. Es war die fehlende Präzision im Umschaltspiel, die letztlich zur ersten Niederlage bei der 24. Handball-Weltmeisterschaft führte. Das DHB-Team ist nach dem 25:27 (12:14) und Koreas 34:17 über Australien nun Tabellenzweiter, Frankreich hat seine Chancen auf das letzte Hauptrundenticket gewahrt und hatte vor allem in Grace Zaadi (4) und Torhüterin Amandine Leynaud seine Matchwinner.

Frankreich stand vor dem Duell "mit dem Rücken zur Wand", Deutschland hingegen bereits in der Hauptrunde. Entsprechend engagiert startete die Equipe Tricolore in die Partie und zeigte Endspielqualitäten in der Anfangsphase. Die Equipe Tricolore überzeugte offensiv mit gutem Zusammenspiel, hatte bis zum 3:6 (10.) schon sechs unterschiedliche Torschützinnen. Deutschland hatte gegen die 5:1-Abwehrformatione vor allem im Rückraum Mühe den Spielrhythmus aufzunehmen, einzig Emily Bölk stach hier mit ihrer individuellen Klasse heraus und konnte das DHB-Team mit ihren Toren und einem Assist auf Antje Lauenroth noch in der Schlagdistanz halten.

Mit einer Steigerung in der Abwehr und den ersten Paraden von Dinah Eckerle hatte Das DHB-Team durchaus Chancen, um wieder in die Schlagdistanz zu kommen. Die große Laufbereitschaft im Positionsangriff beim Rückraum zahlte sich aber zu selten aus und Henk Groener musste beim 4:8 (14.) die erste Auszeit nehmen. Der Niederländer justierte nach, hatte zuvor auch schon mit Maren Weigel als spielstarke Linkshänderin im rechten Rückraum. Bölks vierter Treffer zum 6:8 (18.) erzwang dann auch die erste Auszeit von Olivier Krumbholz.

Personelle Rochaden im deutschen Rückraum




Pluspunkt der Französinnen war vor allem das schnelle und präzise Umschaltspiel, Deutschland hingegen fehlten die einfachen Kontertore. Auch mit weiteren personellen Rochaden im Rückraum schaffte es das DHB-Team trotz starker Paraden von Eckerle nicht in die Schlagdistanz zu kommen, der Vorsprung pendelte sich zwischen zwei und vier Toren Rückstand ein.

Erst die zweite Überzahl nach einer Zeitstrafe gegen Chloe Bouquet konnte man dann mit dem ersten Tor aus der ersten Welle über Minevskaja durch Schulze zum 10:11 (26.) nutzen. Frankreich blieb aber in der Vorlage, konnte sich mit ihrer individuellen Klasse von Gnonsiane Niombla und Alexandra Lacrabere dann bis zur Pause auf zwei Tore (12:14) lösen.

Nachdem Wiederanpfiff hatte Deutschland zweimal die frühe Chance auf den Ausgleich, Minevskaja scheiterte allerdings am Abwehrblock und Schulze dann an der stark haltenden Leynaud. Die Paraden ihrer Kapitänin, auch gegen Berger beim Stand von 14:16 ermöglichten es Frankreich wieder die Sicherheit zu gewinnen und das DHB-Team auf Abstand zu halten. Hinzu kamn weiterhin das Minus im Tempospiel, Frankreich überzeugte auch mit einem guten Rückzugsverhalten und ließ kaum einfache Gegentreffer zu.

DHB-Team mit fünf Toren zurück




Vor allem die im rechten Rückraum agierende Rechtshänderin Alina Grijseels übernahm Verantwortung und hielt das DHB-Team mit präzisen Würfen ebenso im Spiel, wie Eckerle mit ihren Paraden. Gleich mehrfaches Pfostenglück hatte hingegen Kim Naidizinavicius bei ihrem Treffer zum 17:18 (41.). Bei den Französinnen nahm vor allem Spielmacherin Grace Zaadi das Heft in die Hand, hielt den Weltmeister in der Vorlage und als Manon Houette zum 18:22 konterte, musste Henk Groener seine zweite Auszeit nehmen.

Eine starke Parade von Leynaud gegen Ina Großmann ermöglichte dann das 18:23 (47.) durch Gnonsiane Niombla. Frankreichs Torhüterin wies weiterhin eine Weltklassequote auf, war aber bei den Rückraumkrachern von Kim Naidizinavicius und Emily Bölk zum 22:23 (52.) machtlos. Frankreich machte in dieser Phase nun technische Fehler, die Deutschland diesmal eiskalt ausgenutzt hatte. Vor allem der Hattrick der THC-Rückraumspielerin mit drei unterschiedlichen Wurfvarianten erzwang nun die zweite Auszeit von Olivier Krumbholz.

Auch Youngster Mia Zschocke brachte sich mit guter Abwehrarbeit als Entlastung für Alicia Stolle ein, die Chance nach ihrem Steal gegen Grace Zaadi machte dann aber ein schwacher Pass von Naidzinavicius in Richtung Ina Großmann zunichte. Deutschland hätte mit mehr Präzision im Passspiel beim Umschalten schon in Führung liegen können. Die Abwehr war nun allerdings eine Trumpfkarte, die immer wieder stach und Frankreich unter Zugzwang setzte.

Frankreich mit dem nötigen Fortune




Der durchaus mögliche Ausgleich sollte aber immer noch nicht fallen, fünf Minuten vor dem Ende hatte Frankreich durch Beatrice Edwige beim 23:25 immer noch die Nase vorne. Auf der Gegenseite übernahm immer wieder Emily Bölk die Verantwortung und hatte nun schon die letzten fünf Tore des DHB-Teams zu Buche stehen.

Olivier Krumbholz nahm rund neunzig Sekunden vor dem Ende beim Stand von 24:25 seine letzte Auszeit und wollte die Entscheidung nun herbeiführen, nachdem zuvor Stolle die Chance zum Ausgleich über das Tor gesetzt hatte. Orlane Kanor nutzte ihre explosive Sprungkraft zum 24:26 und nun nahm auch Henk Groener seine finale Chance um auf das Spiel einzuwirken.

Deutschland blieben noch siebzig Sekunden für zwei Tore, um zumindest ein Remis zu sichern und die zurückgekehrte Alina Grijseels schaffte mit einem Schlagwurf den Anschlusstreffer. Deutschland gelang es Frankreich ins passive Spiel zu zwingen, Alison Pineau blieb auch erst im deutschen Block hängen, bekam aber dann den Abpraller zu fassen und entschied die Partie mit dem Tor zum 25:27-Endstand.

Video: Highlights und gesamtes Spiel relive




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Lage in der Gruppe B:




Pl. Team Sp. Diff. Pkt.
1. Korea 4 25 7:1
2. Deutschland 4 31 6:2
3. Frankreich 4 39 5:3
4. Dänemark 3 24 3:3
5. Brasilien 3 -12 1:5
6. Australien 4 -107 0:8


Deutschland 30:24
(14:11)
Brasilien
Frankreich 27:29
(13:12)
Korea
Dänemark 37:12
(17:4)
Australien
Brasilien 19:19
(7:10)
Frankreich
Australien 8:34
(4:16)
Deutschland
Korea 26:26
(13:10)
Dänemark
Korea 33:27
(16:14)
Brasilien
Frankreich 46:7
(21:3)
Australien
Deutschland 26:25
(13:11)
Dänemark
Australien 17:34
(10:18)
Korea
Deutschland 25:27
(12:14)
Frankreich
Dänemark 04.12.2019
12:30 Uhr
Brasilien
Brasilien 06.12.2019
07:00 Uhr
Australien
Deutschland 06.12.2019
11:00 Uhr
Korea
Frankreich 06.12.2019
12:30 Uhr
Dänemark


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