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16.12.2019 13:52 Uhr - 2. Bundesliga - PM Vereine, red

SG 09 Kirchhof Niederlage gegen HC Leipzig tief im Abstiegskampf

Christian DenkChristian Denk
Quelle: SG 09 Kirchhof
Aus dem ersehnten vierten Saisonsieg wurde nichts. Stattdessen steckt Handball-Zweitligist SG 09 Kirchhof nach der 23:27-Heimniederlage gegen Leipzig tiefer denn je im Abstiegskampf.

Nichts rührte sich mehr bei den Zweitliga-Handballerinnen der SG 09 Kirchhof. Während die Spielerinnen des HC Leipzig ausgelassen feierten, stand den Gastgeberinnen das Entsetzen und die Ratlosigkeit ins Gesicht geschrieben. Weil sie wussten, was die 23:27 (12:13)-Niederlage gegen die Sächsinnen bedeutet: In der Rückrunde geht es für die Grün-Weißen um nichts anderes als den Klassenerhalt.

"Wir stecken jetzt tief unten drin", gab SG-Trainer Denk unumwunden zu. Seine Mannschaft schien dieser Situation nicht gewachsen. Von Beginn an wirkte Kirchhof im Angriff gehemmt und zu verkrampft, fehlte die Durchschlagskraft. "Wir waren total verunsichert", bekannte Christian Denk.

Beiden Mannschaften merkte man jede Menge Nervosität an und dass es um wichtige Punkte gehen sollte. Es entwickelte sich eine wahre Nervenschlacht in der die Führung permanent wechselte, kein Team sich einen größeren Vorsprung erarbeiten sollte.

SG-Angriff in Überzahl schwach




Kurioserweise besserte sich die Offensivleistung in Unterzahlsituationen, weil dann Sina Ritter vom linken Flügel in den Rückraum rückte und mit ihrer Explosivität und Dynamik für mehr Torgefahr sorgte. Vom Punkt hatte die Linksaußen beim 7:6 (19.) für die erste Führung der Denk-Sieben gesorgt. Auch Greta Kavaliauskaite taute langsam auf und übernahm neben Diana Sabljak mehr Verantwortung.

"Wir haben super gekämpft, aber Kleinigkeiten haben heute den Unterschied ausgemacht", fand Rückraumspielerin Anouk van de Wiel. So verlor die SG fast jede Überzahlsituation. Selbst als Leipzigs Linkshänderin Christin Conrad nach einem Foul an Ritter die Rote Karte sah und Kirchhof beim 11:10 (28.) mit 6:3 in Überzahl agierte, konnte das Team diesen Vorteil nicht nutzen. Im Gegenteil, Leipzig konterte gar zum 13:11 (30.). "Wir sind nach der Roten Karte noch enger zusammengerückt", erklärte Jacob Dietrich.

Zugleich lobte der HCL-Coach die starke Defensivleistung seiner Sieben: "Kirchhof hat im Rückraum eine enorme Qualität, aber wir waren sehr gut darauf eingestellt." Ebenso nach Wiederanpfiff. Dass die Löwinnen nur selten ein Mittel gegen Leipzigs Deckung fanden, hatte aber auch damit zu tun, dass ihr Angriffsspiel allein vom Rückraum getragen wurde und damit (zu) leicht auszurechnen war.

Dietrich: "Alle Mädels haben zu diesem Erfolg beigetragen"




Die Geschichte der zweiten Halbzeit ist schnell erzählt und war doch an Spannung kaum zu überbieten. Bis zur 52. Minute wog die Partie hin und her. Keine der beiden Mannschaften konnte sich je mit mehr als einem Tor absetzen und die Führung wechselte ständig. Das Spiel über die Außen funktionierte in dieser Phase besonders und insbesondere Pauline Uhlmann konnte sich mit fünf Toren in fünfzehn Minuten auszeichnen. Trotzdem war das Spiel auf des Messers Schneide und hatte fast alles, was der Handball zu bieten hat.

Nach Sabljaks Treffer zum 20:19 (48.) war der bei Kirchhof ersehnte vierte Saisonsieg zum letzten Mal in Sicht, denn danach übernahm der Ex-Meister gegen die immer nervöser agierende SG das Kommando. Anstatt einen Vorsprung herauszuwerfen produzierte Kirchhof technische Fehler. Und HCL-Spielmacherin Emily Theilig traf im Gegenzug per Doppelschlag zum 24:21 (57.) - die Vorentscheidung, auch wenn Denk mit der Umstellung auf eine 4+2-Deckung noch einmal in die Taktikkiste griff. Aber auch Leipzig-Coach Dietrich hatte noch eine Auszeit, Julia Weise sorgte mit dem 23:25 und Stefane Hummel mit zwei weiteren Toren für das 23:27.

"Ich bin so stolz auf die gesamte Mannschaft. Wie wir hier heute aufgetreten sind, macht mich sehr glücklich. Alle Mädels haben zu diesem Erfolg beigetragen und wir haben es insbesondere in der Abwehr geschafft, uns im Zusammenspiel Abwehr und Torhüter zu stabilisieren und zu belohnen. Es war hoch emotional und ging hin und her und wir haben trotzdem einigermaßen die Nerven behalten", so Jacob Dietrich, der ergänzte: "Ein riesiges Dankeschön geht einmal mehr an diese wahnsinnig tolle Unterstützung unserer Fans, Freunde und Familien. Das ist einfach sensationell. Wer hätte gedacht, dass wir mit dieser jungen Mannschaft mit 10 Punkten Weihnachten feiern dürfen? Das wird heute gefeiert und trotzdem wissen wir alle, dass wir noch gar nichts erreicht haben und noch viel Entwicklungspotenzial besitzen, an dem wir ab 30.12. weiter arbeiten werden. Darauf freue ich mich, doch nun werden erstmal Weihnachten und die 10 Punkte gefeiert."



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