20.09.2020 12:34 Uhr - 2. Bundesliga - PM Vereine, red

33:26 in Lintfort: Erster Saisonsieg für den HC Rödertal

Lisa Kunert hatte zahlreiche gute Aktionen aber auch einiges Wurfpech im Spiel gegen die RödertalbienenLisa Kunert hatte zahlreiche gute Aktionen aber auch einiges Wurfpech im Spiel gegen die Rödertalbienen
Quelle: Martin Zilse, TuS Lintfort
Vor 237 Zuschauern in der Sporthalle Eyller Straße feierten die Rödertalbienen ihren ersten Saisonsieg. Mit 26:33 (13:15) setzte sich der HC Rödertal gegen den TuS Lintfort durch. Erfolgreichste Torschützin war Rabea Pollakowski mit zehn Treffern.

"Anscheinend sind wir für Rödertal der perfekte Aufbaugegner" ärgerte sich TuS Trainerin Bettina Grenz-Klein nach dem Spiel. In der Vergangenheit hatte ihr Team schon oft gegen die Mannschaft aus der Nähe von Dresden verloren, wenn Rödertal eigentlich einen Negativlauf hatte.

Nur während der ersten Hälfte erlaubte sich die Mannschaft von Cheftrainer Karsten Schneider eine Schwächephase. Ansonsten setzte sie den Matchplan des Trainerteams um und brachte besonders in der Abwehr die TuS Lintfort zur Verzweiflung.

Im Training unter der Woche verletzten sich Lara Tauchmann und Isabel Wolff. Dafür berief HCR-Trainer Schneider Vanessa Huth in den Kader. Das Nachwuchstalent wurde beim SC Hoyerswerda hervorragend ausgebildet und zeigte bei ihrem ersten Einsatz im Bienenkader bereits gute Ansätze.

Beide Mannschaften tasteten sich in der Anfangsphase erst einmal ab. Die Gastgeberinnen schienen besonders von der offensiven 5:1-Abwehr der Rödertalbienen überrascht zu sein. Das erste Tor der Partie erzielte in der vierten Minute Top-Torjägerin Rabea Pollakowski nach Vorarbeit von Lisa Loehnig. Nach dem Ausgleich brachte Ann-Catrin Höbbel den HCR wieder in Führung.



Dann parierte Torfrau Ann Rammer in der siebten Minute einen Strafwurf und Emilia Ronge erhöhte auf der Gegenseite zum 1:3. Anschließend setzte sich Jasmin Eckart gleich gegen zwei Gegenspielerinnen durch und netzte zum 1:4 ein. Nach dem 2:5 nahm TuS-Trainerin Bettina Grenz-Klein ihr erstes Time-Out und stellte ihre Mannschaft neu ein.

Bis zum 6:8 (18. Minute) durch ein Sieben-Meter-Tor von Pollakowski hielten die Bienen noch dagegen. In dieser Phase durfte auch Huth ihre ersten Bundesliga-Minuten abspulen. Dann häuften sich die Fehler. Der HCR verlor die Kontrolle über das Spiel. Durch Fehlwürfe und technische Fehler wurde Lintfort zu einfachen Toren eingeladen. Die Gastgeberinnen nahmen die Geschenke dankend an und gingen in Führung.

"Da haben wir einen guten Lauf gehabt und konnten mit 12-8 in Führung gehen", erklärte Grenz-Klein. Aber anstatt nun ruhiger zu agieren, wollte ihre Mannschaft zu viel und lief nach einer Auszeit der Gäste ins offene Messer. Allein drei Tore erzielte der HC in den letzten 80 Sekunden der ersten Halbzeit.

Der HCR brannte bis zur Halbzeitpause ein Feuerwerk ab. Pavlina Novotna setzte sich auf Halblinks durch und traf zum 12:9. Nach einem Fehler von Lintfort war Höbbel zur Stelle, um auf 12:10 zu verkürzen. Mit einem schönen Heber machte Pollakowski kurz darauf den Anschlusstreffer. In der 30. Minute täuschte Novotna einen Pass an, zog aber selbst zum Tor und erzielte den 13:13-Ausgleichstreffer. Noch vor der Pausensirene war Pollakowski zweimal zur Stelle und brachte die Bienen mit 13:15 in Front. Dieser 1:7-Lauf hatte Wirkung bei den Gastgeberinnen gezeigt.



Auch in der zweiten Hälfte machte der HCR dort weiter. Zunächst griff die gut agierende Victoria Hasselbsuch einen Pass von Loehnig aus der Luft und traf zum 13:16. Die Bienen setzten sich nun kontinuierlich ab. Selbst eine doppelte Unterzahl beim Stand von 19:25 (47. Minute) brachte sie nicht aus der Ruhe. Stattdessen erhöhte die Schneider-Sieben nach dem 20:25 noch einmal die Schlagzahl. Lisa Loehnig nutzte einen Freiwurf zum Doppelpass mit Novotna und netzte am Kreis zum 20:26 ein.

Nach dem Eckart zum 20:27 traf, zeigte Saskia Nühse ein schönes Solo und erhöhte auf 20:28. Mit dem 20:29 in der 52. Minute durch Anna Frankova war die Partie endgültig entschieden. Bis vier Minuten vor dem Ende hatten die Bienen sich sogar einen Elf-Tore-Vorsprung erarbeitet (21:32). In der Schlussphase ließ HCR-Coach Schneider dann die Nachwuchstalente im Bienenkader noch etwas Spielpraxis sammeln. Dadurch konnte der TuS Lintfort noch ein wenig Ergebniskosmetik betreiben. Am Ende stand dennoch ein deutlicher 33:26-Sieg für den HC Rödertal auf der Anzeigetafel.

"Da hat sich gezeigt, dass wir noch viel zu grün sind. Wir durchlaufen einen Lernprozess und meine Spielerinnen müssen schnell realisieren, mit welchem körperlichen Einsatz in der Bundesliga gespielt wird. Da gibt es keine leichten Zweikämpfe", analysierte Betina Grenz-Klein abschließend mit Blick auf die zweite Hälfte der Partie.

HCR-Trainer Karsten Schneider: "Wir haben heute genau das umgesetzt, was wir uns unter der Woche auch erarbeitet haben. Der Sieg war wirklich wichtig für uns. Mit der Abwehrformation überraschten wir unsere Gegnerinnen. Der 7:1-Lauf zum Ende der ersten Halbzeit hatte uns auf die Siegerstraße gebracht. Jetzt müssen wir weiter arbeiten, denn der nächste Gegner wird ein ganz dicker Brocken."

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