15.11.2020 09:30 Uhr - EHF European League - PM Vereine, red

Blomberg siegt im Kampf um den Einzug in die Gruppenphase der European League beim Thüringer HC

Malina Marie Michalczik erzielte elf TrefferMalina Marie Michalczik erzielte elf Treffer
Quelle: Matthias Wieking, HSG
Die HSG Blomberg-Lippe hat am Samstagabend einen ersten Schritt in Richtung Gruppenphase der EHF European Handball League gemacht. In Bad Langensalza gewannen die Blombergerinnen das Hinspiel der letzten Runde der Qualifikation um die Teilnahme an der Gruppenphase gegen den Thüringer HC mit 27:31 (14:17). Lydia Jakubisova und Nina Neidhart erzielten je fünf Tore für den THC. Mit elf Treffern war Malina Marie Michalczik erfolgreichste Torschützin aufseiten der HSG Blomberg-Lippe. Am kommenden Samstag steht der HSG in der heimischen Halle an der Ulmenallee jedoch noch das Rückspiel bevor - in das die Gastgeberinnen allerdings einen Vorsprung von vier Treffern nehmen.

Der siebenfache Deutsche Meister, Thüringer HC, erwischte den besseren Start in die Begegnung. Marketa Jerabkova, welche bereits im Ligaspiel mit elf Toren gegen die HSG begeisterte, sorgte für den ersten Treffer, THC-Spielerin Kerstin Kündig legte wenig später den zweiten nach. Ganze dreieinhalb Minuten ließen die Schützlinge von HSG-Trainer Steffen Birkner auf ihren ersten Treffer warten. Nachdem das Schiedsrichterinnengespann den Lipperinnen einen Siebenmeter zusprach, verwandelte Nele Franz gewohnt sicher zum 2:1.

Ein Treffer, der dem Team aus der Nelkenstadt sichtlich guttat und wie eine Befreiung wirkte. Fortan bot sich den Zuschauer:innen vor dem Livestream ein komplett anderes Bild. Mit ihrem vierten Treffer drehte die bärenstarke Franz edas 1:3 in ein 5:3. Während die Blombergerinnen das Heimteam in der Abwehr mit ihrem hohen Tempo vor zunehmend sichtbarere Probleme stellten, fanden THC-Kreisläuferin Josefine Huber und Co. im Angriff immer häufiger ihre Meisterin in der erneut starken HSG-Torfrau Melanie Veith.

Als Marie Michalczik in der 13. Minute zur 9:6-Führung für die HSG traf, hatte THC-Trainer Herbert Müller genug gesehen und nahm seine erste Auszeit. Dieser verfehlte ihre Wirkung zunächst nicht. Jerabkova verkürzte nach 23 Minuten auf ein Tor. Doch noch vor der Halbzeit gelang es der HSG erneut davonzuziehen: Das Blomberger Eigengewächs Cara Reiche sorgte mit ihrem dritten Treffer für eine Vier-Tore-Führung, der THC verkürzte zehn Sekunden später - mit einem 17:14 für die Blombergerinnen ging es in die Kabine.

Auch im zweiten Abschnitt gab zunächst die HSG den Ton an. Nach 43 Minuten traf Michalczik zum 25:17, die Gäste lagen erstmals mit acht Toren in Vorlage und schienen auf dem Weg zu einem vorentscheidenden Vorsprung für das Rückspiel. Doch der THC gab sich nicht auf, fand nach einer Auszeit von Herbert Müller nun in der Abwehr besseren Zugriff und verkürzte den Abstand leicht. Mit einem 28:22 ging es in die letzten zehn Minuten, in denen die Gastgeberinnen noch einmal um zwei weitere Treffer auf am Ende vier Tore verkürzen konnten. HSG-Trainer Birkner lobte sein Team nach dem 31:27-Auswärtserfolg dennoch für eine "sehr gute Leistung".

Müller: "Es sind noch sechzig Minuten zu spielen"




"Wir haben etwas gebraucht, um ins Spiel zu kommen, wurden dann jedoch immer sicherer und konnten zwischenzeitlich sogar auf acht Tore davonziehen. Auch wenn wir diesen Vorsprung nicht ganz halten konnten, bin ich unglaublich stolz auf mein Team. Unsere Zielsetzung war, dass wir eine Entwicklung zeigen, im Vergleich zum ersten Spiel. Das ist der Mannschaft heute eindrucksvoll gelungen. Jetzt geht es darum, die Kräfte zu sammeln und beim Heimspiel in sieben Tagen erneut eine gute Leistung abzurufen. Wozu das am Ende reicht, werden wir nach 60 Minuten auf der Anzeigetafel sehen", so Birkner.

Sein Gegenüber, THC-Trainer Herbert Müller, zeigte sich nicht Einverstanden mit dem Auftritt seines Teams: "Wir haben zu keinem Zeitpunkt Zugriff in der Abwehr gefunden, haben viele Zweikämpfe verloren. Grade die Räume von Nele Franz und Marie Michalczik haben wir viel zu wenig eingeengt. Wir waren heute nicht aggressiv genug, um auf internationalem Parkett zu bestehen. Als unsere Abwehr dann in der zweiten Halbzeit besser stand, haben wir zahlreiche hundertprozentige Chancen vergeben."

"Aber es sind noch sechzig Minuten zu spielen. Wir werden keine Sekunde aufgeben, nach Lippe fahren und kämpfen bis zum Umfallen", versprach Müller einen großen Fight im Rückspiel. Dieses wird am kommenden Samstag (21.11.) in Blomberg stattfinden. Ab 16:30 Uhr können HSG-Kapitänin Laura Rüffieux und Co. dann den Einzug in die Gruppenphase der EHF European Handball League perfekt machen. "An der Bereitstellung eines Livestreams wird derzeit von Seiten des Vereins mit Hochdruck gearbeitet", so die HSG.

Thüringer HC:
Marie Skurtveit Davidsen, Petra Blazek
Mariana Ferreira Lopes, Emma Ekenman-Fernis 4, Beate Scheffknecht 1, Asli Iskit 2, Ina Großmann, Arwen Rühl, Kerstin Kündig 3, Lydia Jakubisova 3, Jolina Huhnstock, Nina Neidhart 5, Marketa Jerabkova 5, Josefine Huber 4.

HSG Blomberg-Lippe:
Marie Andresen, Melanie Veith; Laura Rüffieux 4, Ann Kynast 4, Isabelle Jongenelen, Lisa Bormann-Rajes 1, Nele Wenzel, Kamila Kordovska, Ndidi-Silvia Agwunedu, Cara Reiche 3, Emelyn van Wingerden, Nele Franz 6, Cara Hartstock, Malina Marie Michalczik 11, Myrthe Schoenaker 2.

Zuschauer: 0
Schiedsrichter: Viktorija Kijauskkaite/Ausra Zaline (LTU).
Strafwürfe: 2/2 - 5/5.
Strafminuten: 10 / 10
EHF-Delegierter: Beat Nagel (SUI).


Jubelfoto der HSG Blomberg-Lippe nach dem Erfolg beim THC - Foto: Oliver Lippert, HSG