02.02.2021 12:44 Uhr - 1. Bundesliga - dpa, red

SV Union Halle-Neustadt sucht neuen Coach - Keine Doppelrolle für Jan-Henning Himborn

Jan-Henning Himborn wird in Zukunft nur noch als Sportdirektor in Halle aktiv sein.Jan-Henning Himborn wird in Zukunft nur noch als Sportdirektor in Halle aktiv sein.
Quelle: Stefan Michaelis
Jan-Henning Himborn will ab Sommer nur noch Sportdirektor beim SV Union Halle-Neustadt sein. Also muss ein neuer Cheftrainer her. Noch ist offen, ob für Liga eins oder zwei...

Der Cheftrainerposten bei den Handballerinnen des SV Union Halle-Neustadt muss erneut neu besetzt werden. Der Sportdirektor und Geschäftsstellenleiter Jan-Henning Himborn will seine Mehrfachbelastung mit dem Trainerjob im Sommer beenden. "Im Moment muss ich wegen Corona nicht immer in der Geschäftsstelle präsent sein und bekomme alles unter einen Hut. Aber auf die Dauer kann ich beide Funktionen nicht gleichzeitig ausüben", begründete der Norddeutsche seinen geplanten Rückzug vom Trainerposten.

Der 43 Jahre alte Sportwissenschaftler war kurz vor dem Saisonauftakt für Christian Denk in die Bresche gesprungen, von dem sich der Vereinsvorstand wegen unüberbrückbarer Differenzen nur wenige Wochen nach der Neuverpflichtung getrennt hatte. Nun steht ein Berg voller Arbeit an. Trainersuche, Kaderplanung und vor allem den erstmaligen Klassenerhalt absichern.



Denn nach der dritten Bundesliga-Teilnahme nach 1998/1999 und 2018/2019 in der Vereinsgeschichte soll nicht der sofortige Wiederabstieg stehen. "Wir haben eine gute und homogene Mannschaft zusammengestellt und uns qualitativ geschickt verstärkt", meinte Himborn. Nach gut der Hälfte der Saison hat Union zehn Punkte auf dem Konto hat - schon zwei mehr als beim letzten Auftritt in der Eliteklasse vor zwei Jahren.

Der 25:22-Sieg gegen Bayer Leverkusen war ein Achtungszeichen im Abstiegskampf, nachdem es zuvor acht Niederlagen in zehn Spielen hagelte. Gerade die Heimniederlagen gegen Mainz und Oldenburg sowie das knappe 22:23 bei der HSG Bensheim/Auerbach ärgerten den Aufsteiger. In diesen Duellen leisteten sich die Hallenserinnen zu viele einfache technische Fehler und offenbarten Schwächen in der Chancenverwertung.



"Jeder Fehler wird in der ersten Liga gnadenlos bestraft. Die Mannschaft hat aber auch schon gezeigt, dass sie gegen Topteams mithalten kann und ist reifer geworden", erklärte Himborn, der den Spagat zwischen Klassenerhalt und Kaderplanung schaffen möchte.

In den kommenden Wochen stehen die entscheidenden Duelle gegen die direkten Konkurrenten auf dem Programm. Zudem laufen sieben Spieler-Verträge aus, auch der von Sophie Lütke. Himborn schätzt die quirlige Spielerin wegen ihrer Variabilität. Die 30-jährige Berlinerin kann trotz ihrer Größe von 1,65 Meter nicht nur auf Linksaußen, sondern auch auf allen Rückraumpositionen eingesetzt werden. "Mit ihrer individuellen Stärke im Eins gegen Eins und ihrem Tempo tut sie unserer Mannschaft gut", sagte der Coach.



Dazu kommen ihre kämpferischen Qualitäten. Nach ihrem Kreuzbandriss vor über einem Jahr hatte Lütke beim 20:18-Erfolg bei der HL Buchholz-Rosengarten Ende Oktober ihr Comeback gegeben und ist neben Torfrau Anica Gudelj eine der wichtigsten Säulen des Teams. "Es zwickt manchmal noch ein bisschen im Knie. Aber das blende ich aus. Unsere fehlende Konstanz hat uns schon manchmal das Genick gebrochen", sagte die Allzweckwaffe von Union und betonte: "Ich bin davon überzeugt, dass wir in der ersten Bundesliga bleiben."