04.02.2021 16:51 Uhr - 1. Bundesliga - PM THC, red

Trotz 12 Toren von Kim Naidzinavicius: Bietigheim unterliegt beim Thüringer HC

Kim Naidzinavicius war mit 12 Toren die beste Werferin der Partie.Kim Naidzinavicius war mit 12 Toren die beste Werferin der Partie.
Quelle: Marco Wolf
Der Thüringer HC gewann den Rückrundenauftakt der Bundesliga-Saison in der Salza-Halle mit 33:30 (17:16) gegen die SG BBM Bietigheim. Bis zum Abpfiff lieferten sich beide Mannschaften ein spannendes Spiel, bei dem sich der Thüringer HC in einem Herzschlagfinale den knappen Sieg sichern konnte. Beide Teams spielten lange auf Augenhöhe. Die Gastgeberinnen zeigten Moral und legten so den Grundstein für den Erfolg. Mit acht Toren war Emma Ekenman-Fernis beste Werferin des Thüringer HC. Ein extra Lob ihres Trainers Herbert Müller holte sich Kerstin Kündig nach dem Spiel. Für die Gäste aus Bietigheim erzielte Kim Naidzinavicius zwölf Treffer.

Der Thüringer HC erwischte einen guten Start und konnten mit 2:0 die Führung übernehmen. Die Gäste, als Favoriten angereist, glichen postwendend aus. Nach dem Strafwurftreffer von Kim Naidzinavicius übernahmen die Bietigheimerinnen die Führung. Der THC ließ die Gäste nicht davonziehen und spielte in der Startphase auf Augenhöhe mit, Nina Neidhart erzielte in der 8. Minute den 6:5-Führungstreffer.

Nach einem Ballverlust im eigenen Angriff hielt Marie Skurtveit Davidsen den Tempogegenstoß von Kim Braun mit einer glänzenden Parade und verhinderte so den erneuten Ausgleich der Gäste. Mitte der ersten Spielhälfte stand ein 9:9 auf der Anzeigetafel. Einfache technische Fehler auf beiden Seiten sorgten dafür, dass dieser Spielstand gerecht war.

Der THC machte besonders im Umschaltspiel von Abwehr auf Angriff einen deutlich besseren Eindruck als in den vergangenen Spielen. Druckvoll versuchte der THC auf die Angriffswellen der Gäste zu antworten. Nach schnellen Treffern aus dem Rückraum von Marketa Jerabkova und Kerstin Kündig führte der THC in der 21. Minute mit 13:12.

Die SG BBM hielt dagegen und glich vier Minuten vor dem Pausenpfiff zum 15:15 aus. Die erneute Führung erzielte Emma Ekenman-Fernis von der Strafwurflinie, nachdem sie den Ball direkt unter der Querlatte im Tor unterbrachte (16:15). Nach 30 Minuten führte der kämpferisch agierende Thüringer HC knapp mit 17:16 gegen die Gäste aus Bietigheim.



Mit einem schnellen Tor kamen die Gäste aus der Kabine. Kim Naidzinavicius glich in Überzahl zum 17:17 aus. Die Antwort des THC erfolgte umgehend und gleich im Doppelpack durch Kerstin Kündig. Das berühmte "Nach-der-Pause-tief" schien der THC auszulassen.

Nach fünf Minuten der 2. Halbzeit führte der THC mit 21:19. Die Schwaben setzten weiter nach und die Mühen wurden belohnt, genauso wie die kämpferischen Aktionen des THC. Das Spiel blieb offen und spannend, nach 40. Minuten hatten die Gäste den 22:22-Ausgleich erzielt. Konzentriert baute der THC weiterhin seine Angriffe auf und stand in der Abwehr stabil.

Mit Erfolg, beim 25:22 nahm Gästetrainer Markus Gaugisch sein nächstes Team Timeout. Mit tollen Aktionen sicherten Petra Blazek und Marie Skurtveit Davidsen die knappe THC-Führung. In die Schlussphase gingen beide Teams mit einem 26:26-Unentschieden, nachdem Kim Naidzinavicius einen weiteren Strafwurf im Netz versenken konnte. Zwei Tore für den THC schafften erst mal ein kleines Polster für die Crunchtime, aber eben noch nicht die nötige Sicherheit und so blieb das Spiel spannend.



Knapp vier Minuten waren noch zu spielen, als Josefine Huber nach einer Abwehraktion gegen Kim Naidzinavicius ihre dritte Zeitstrafe bekam und somit auch die Rote Karte. Letzte Minute, 31:30 - Marketa Jerabkova netzte ein, Marie Skurtveit Davidsen parierte den folgenden Angriff der Bietigheimerinnen. Die Uhr tickte für den THC und zum krönenden Abschluss netzte Beate Scheffknecht zum 33:30-Endstand in der letzten Sekunde ein.

Ein enttäuschter SG BBM Cheftrainer Markus Gaugisch sagte nach dem Match: "Es war eine Partie, die Zuschauer verdient gehabt hätte. Wir hatten zwei Wochen zum Vergessen durch die Coronaquarantäne. Aber wir haben heute sicherlich einiges nicht richtig gemacht und musste personell improvisieren. In der Abwehr konnten wir den THC nicht stoppen, weswegen wir verloren haben."



Sein Gegenüber Herbert Müller hingegen zeigte sich nach Spielende glücklich: "Wir waren in den letzten Wochen nicht vom Erfolg verwöhnt, von daher war es schön, dass wir in diesem engen Spiel die Nerven bewahrt haben. Wir haben so ein enges Spiel gebraucht, um einmal die Handbremse zu lösen. Ich bin froh und glücklich, wie meine Mädels heute gefightet haben."

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