08.02.2021 08:34 Uhr - 1. Bundesliga - PM Vereine, red

Handball-Luchse haben sich bei Niederlage gegen Bensheim/Auerbach Flames "nicht an die Vorgaben gehalten"

Maj Rika Nielsen brachte den Ball fünfmal an Jessica Kockler vorbeiMaj Rika Nielsen brachte den Ball fünfmal an Jessica Kockler vorbei
Quelle: Andrea Müller, Flames
Die HL Buchholz 08-Rosengarten war in ihrem Heimspiel gegen die HSG Bensheim/Auerbach chancenlos und verlor das Spiel nach schwacher Leistung deutlich mit 16:29. Die Gäste aus Südhessen festigten durch den Sieg ihren 7. Platz mit 20:12 Punkten und der Aufsteiger verblieb auf dem Relegationsplatz, da auch die Verfolger ausnahmslos keine Punkte verbuchen konnten. In der ab der 23. Minute sehr einseitigen Partie war Sarah van Gulik bei den Flames mit sieben Toren die erfolgreichste Torschützin, bei den Luchsen trafen Maj Nielsen und Fatos Kücükyildiz jeweils fünfmal.

"Ich bin sehr enttäuscht von der Leistung meiner Mannschaft, denn das Team hat sich nicht an die Vorgaben gehalten und sich frühzeitig in ihr Schicksal ergeben. Es hat jetzt keinen Sinn Schuldzuweisungen zu betreiben, sondern es wird Zeit, dass wir uns wieder als geschlossenes Team präsentieren", so Luchse-Trainer Dubravko Prelcec nach der Partie.

Die Flames mussten kurzfristig auf den Einsatz von Lisa Friedberger verzichten. "Sie konnte die ganze Woche nicht trainieren, weil sie Probleme mit den Adduktoren hat. Wir haben am Freitagabend nach der Behandlung dann entscheiden, dass wir sie zur Sicherheit rausnehmen, weil uns das Risiko zu groß war", erklärte Flames-Trainerin Heike Ahlgrimm nach dem Spiel, warum ihre Spielmacherin zwar auf der Bank saß, aber nicht eingesetzt wurde.

Beide Mannschaften starteten nervös - den Flames gelangen die ersten beiden Treffer und die Luchse glichen postwendend aus. Zwei starke Abwehrreihen bestimmten das Geschehen und die gut aufgelegten Torhüterinnen beider Mannschaften machten es den Spielerinnen nicht leicht erfolgreich abzuschließen. In der 14. Minute konnten die Luchse mit 4:3 in Führung gehen, gaben diese Führung aber durch leichte Ballverluste her.

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"Wir haben eine Viertelstunde gebraucht, um in das Spiel zu kommen. Zu diesem Zeitpunkt agierten wir sehr hektisch und zerfahren. Aber wir hatten eine richtig gute Abwehr gestellt und uns dann nach 15 Minuten stabilisiert", so Heike Ahlgrimm nach dem Spiel.

Mit vier Toren in Serie übernahmen die Flames die Kontrolle auf dem Parkett und nutzten eine doppelte Überzahl, um sich auf sechs Tore (5:11) abzusetzen. "Der Aufsteiger leistete sich in der 1. Halbzeit 11 technische Fehler und eine ganz schwache Wurfausbeute von allen Positionen, so dass sich die Torhüterin der Gäste Jessica Kockler mit 58 Prozent gehaltener Würfe auszeichnen konnte", so der Pressedienst der Luchse und betonte: "Zunächst funktionierte das Rückzugsverhalten der Luchse noch, aber durch die Vielzahl der einfachen Ballverluste kamen die Südhessinnen zu immer leichteren Toren."

"In der Halbzeit haben wir dann schon gesagt, dass wir in der Abwehr nichts verändern müssen, da die super steht und wir im Angriff halt unsere Chancen nutzen und mutig sein müssen. Das haben wir dann gemacht und das Spiel innerhalb weniger Minuten entschieden. Wir haben 17:7 geführt und dann bist Du natürlich ganz cool und locker und kannst auch viel wechseln", bilanzierte Flames-Coach Heike Ahlgrimm nach dem Spiel.

In der Tat kam ihr Team gut aus der Kabine. Die ersten sechs Minuten nach der Pause blieb das Spiel bis zum 7:13 (36.) noch ausgeglichen und beim 6-Tore-Vorsprung der Flames. Doch dann zogen die Flames durch einen 7:1-Lauf innerhalb von vier Minuten auf 7:18 (40.) davon und das Spiel war entschieden. Da die Luchse zu keiner Zeit an die Leverkusen-Leistung anknüpfen konnten und die Flames mit ihren Würfen die Flames zum Konterspiel einluden, war der Sieg zu keiner Zeit gefährdet und der Vorsprung konnte am Ende sogar auf 13 Tore ausgebaut werden.

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Heike Ahlgrimm rechnete im Vorfeld schon damit, dass der Gastgeber die Leistung aus dem Pokalspiel eventuell nicht nochmal so umsetzen kann: "Wir wussten, dass sie stark sind, aber ich hatte das schon vermutet, dass die Luchse heute ein schwächeres Spiel zeigen. Letzte Woche in Leverkusen war eine Energieleistung. Ich hatte meiner Mannschaft daher schon im Vorfeld gesagt, dass sie das entweder heute gegen uns wiederholen können oder es ist ein Einbruch, auch vom Kopf her".

"Heike Ahlgrimm hat ihre Hausaufgaben gemacht und unsere Schwächen gnadenlos aufgedeckt. Die Flames sind eine etablierte Bundesligamannschaft und erheblich besser besetzt als wir. Wir dürfen aber auch nicht vergessen, dass bis auf die verletzte Jessica Oldenburg in den letzten drei Jahren unsere Spielerinnen in der 2. Bundesliga gespielt haben und der Unterschied zur 1. Liga ist nun einmal immens", so Sven Dubau, Geschäftsführer der Handball-Luchse. "Es geht aber nicht, dass unsere Mädels sich nicht an die Vorgaben halten und sich so schnell aufgeben. Erst in den letzten 10 Minuten des Spiels haben sie das gespielt, was wir eigentlich wollten."

"Ich bin absolut froh, dass wir hier gewonnen haben, weil wir gewusst haben, dass es ein schweres Spiel wird. Wir haben im Vorfeld aber auch ein bisschen gehofft, dass Rosengarten nach der Energieleistung im Pokal in Leverkusen, etwas herunterfällt. Ich weiß es ja auch von uns, wenn Du vorher gegen einen großen Gegner ein richtig gutes Spiel machst, wie Rosengarten in Leverkusen, dann kann es schon mal wieder runter gehen und genau so war es. Das hatten wir etwas gehofft, auch wenn ich nicht gedacht hätte, dass es am Ende so souverän ist. Wir waren aber auch gegen Rosengarten gut eingestellt. Es war jetzt nicht nur, dass Rosengarten schlecht war oder keinen guten Tag hatte, sondern wir haben auf alles eine Antwort gewusst. Wenn Du in der Abwehr gut stehst, dann kannst du viel Tempo machen und das ist uns in der zweiten Halbzeit gut gelungen", war das positive Fazit von Flames-Coach Heike Ahlgrimm.

Luchse: Vogel, Löbig, Ludwig, Cronstedt, Schulz (2), Nielsen (5), Kadenbach, Harms, Lamp (3/1), Berndt (1), Luschnat, Hauf, Borutta, Kücukyildiz (5)

Flames: Kockler, van Beurden, Hurst (3), Kockel (1), Heider, Stuttfeld (1), Petersen (2), Dekker (6), Soffel (1), Friedberger, Kühlborn (4), van Gulik (7/4), Ivancok (3), Niewiadomska (1/1), Visser

Die Partie im Livestream auf Sportdeutschland.TV