18.02.2021 15:18 Uhr - 1. Bundesliga - dpa, PM THC, PM HLBR, red

HL Buchholz 08-Rosengarten unterliegen knapp beim Thüringer HC

Marketa Jerabkova traff den entscheidenden Strafwurf zum Sieg des Thüringer HC.Marketa Jerabkova traff den entscheidenden Strafwurf zum Sieg des Thüringer HC.
Quelle: Franziska J. Braun, THC
Die Frauen von den Handball-Luchsen Buchholz 08-Rosengarten haben eine Überraschung in der Bundesliga knapp verpasst. Am Mittwochabend musste sich die Auswahl von Trainer Dubravko Prelcec dem Thüringer HC aufgrund eines Tores kurz vor Ende noch mit 26:27 (12:13) geschlagen geben.

In einem Spiel, dass viele Höhen und Tiefen aufseiten des Thüringer HC aufzeigte, wurden am Ende die zwei wichtigen Punkte mitgenommen. Die Handball Luchse entpuppten sich als unbequemer Gegner, der das Spiel hätte durchaus gewinnen können, nachdem der Tabellensechste es nicht schaffte seine Fünftoreführung über die Schlußphase zu sichern. Erfolgreichste Werferin der Luchse war mit sechs Toren Sarah Lamp. Neun Treffer, einschließlich dem Strafwurf zum 27:26-Erfolg, gingen auf das Torekonto von Marketa Jerabkova.

Der erste Treffer gelang den Gastgeberinnen, Maj Nielsen überwand die Torhüterin des THC von Rechtsaußen. Der anschließende Angriff der Thüringerinnen scheiterte und so konnte Melissa Luschnat prompt nachlegen. In der fünften Minute glich Emma Ekenman-Fernis nach einer tollen Parade von Marie Skurtveit Davidsen zum 2:2 aus. Dennoch taten sich die Gäste in der Anfangsphase insbesondere im Angriffsspiel schwer und so legten die Handball Luchse in der siebten Minute durch ein Tor von Sarah Lamp zwei Tore vor.

Beim Stand von 4:3 musste Josefine Huber für zwei Minuten auf der Bank Platz nehmen. Der THC versuchte mit der Einwechslung einer sechsten Feldspielerin der Unterzahl entgegenzuwirken - mit Erfolg: Marketa Jerabkova netzte in der 13. Minute aus dem Rückraum zum 5:5 ein. Nach einer Zeitstrafe gegen Marleen Kadenbach, verwandelte Emma Ekenman-Fernis sicher von der Strafwurflinie zum 7:6. Torhüterin Mareike Vogel zeigte in dieser Spielphase einige Glanzparaden und verhinderte, dass die HL Buchholz 08 - Rosengarten in Rückstand gerieten.



Das Spiel war sehr ausgeglichen und keine Mannschaft konnte sich entscheidend absetzen. Die erste THC-Führung gelang Nina Neidhart mit einem Tempogegenstoß nach 22 Spielminuten zum 9:10. Herbert Müller nahm bei diesem Stand die erste Auszeit, um das Team auf die Schlussphase der ersten Hälfte einzuschwören. Das Ziel, die Führung bis zum Pausenpfiff zu verteidigen und auszubauen, unterstrichen Asli Iskit und Josefine Huber mit ihren Treffern zum Spielstand von 12:9, der gleichzeitig die erste Dreitoreführung für die Gäste bedeutete.

Der Trainer der Handball Luchse Dubravko Prelcec nahm daraufhin sein erstes Team Timeout. Seine Worte schienen bei der Mannschaft zu fruchten und so kämpften sich die Gastgeberinnen auf das 12:12-Unentschieden heran. Der Pausenpfiff ertönte bei einer knappen 13:12-THC-Führung.

Das erste Tor der 2. Halbzeit gelang Asli Iskit, Fatos Kücükyildiz antwortete mit einem wuchtigen halbhohen Wurf aus dem Rückraum zum 13:14. Nach vier Minuten musste Marleen Kadenbach bereits ihre zweite Zeitstrafe absitzen. Die Gastgeberinnen ersetzten ihre Torhüterin gegen eine zusätzliche Feldspielerin, um die Unterzahl im Angriff zu egalisieren.

Der THC wusste das zu nutzen und so stellte Josefine Huber nach einem Ballgewinn mit einem Wurf auf das leere Tor die Dreitoreführung her. Beim Stand von 14:18 nahm Dubravko Prelcec das Team Timeout, um die zunehmend einfachen Tore der Thüringerinnen zu unterbinden. Die Gäste machten Druck in Abwehr und Angriff und zogen in der 38. Minute nach Treffer von Emma Ekenman-Fernis mit sechs Toren davon (14:20). Louise Cronstedt überwand drei Minuten später die Thüringer Abwehr und netzte zum 16:21 ein.



Nach einer starken Parade von Zoe Ludwig verkürzte Evelyn Schulz mit einem sehenswerten Heber auf 18:23. Sarah Lamp brachte nach einem technischen Fehler von Josefine Huber ihr Team auf vier Tore heran. Herbert Müller nahm die zwei schnellen Gegentore in Folge zum Anlass und nahm die nächste Auszeit, um sein Team erneut zur Konzentration aufzurufen.

Nach einem unglücklichen Lattentreffer von Emma Ekenman-Fernis nutzte Asli Iskit die zweite Chance zum 19:24. Die Handball-Luchse gaben nicht auf und waren nach drei Toren in Folge wieder dran - 22:24. Der THC antwortete prompt zum 22:25. Die inzwischen eingewechselte Laura Kuske verhinderte mit einer Glanzparade, dass die Gastgeberinnen den Rückstand weiter verkürzen konnten. Auf der Gegenseite hielt Zoe Ludwig ihrer Mannschaft den Rücken frei und entschärfte sieben Minuten vor Schluss einen Strafwurf der Gäste.

Es wurde es noch mal richtig knapp - Sarah Lamp erzielte den Anschlusstreffer zum 24:25, die Damen aus der Nordheide waren wieder dran. Marketa Jerabkova versenkte in der 57. Minute einen Strafwurf zum 24:26 und erlöste ihr Team nach sieben torlosen Minuten. Die Handball-Luchse sahen ihre Chance auf Punkteteilung oder gar dem Überraschungssieg. Fatos Kücükyildiz machte das Handballdrama mit ihrem Ausgleichstreffer zum 26:26 perfekt.

Eine halbe Minute stand noch auf der Uhr, als Herbert Müller sein letztes Team Timeout nahm, um den letzten Angriff seiner Mannschaft zu planen. Die Handball-Luchse konnten die Thüringerinnen nur auf Kosten einer roten Karte für Melissa Luschnacht stoppen. Marketa Jerabkova behielt beim direkten Wurf von der Strafwurflinie die Nerven und verwandelte sicher. Die verbleibende Zeit reichte für die Gastgeberinnen nicht für einen erfolgreichen Angriff und der THC verbuchte einen denkbar knappen 27:26-Auswärtssieg.



Herbert Müller (Trainer THC): "Ich hab meiner Mannschaft schon vor dem Spiel gesagt, dass es heute ein reines Kampfspiel wird. Wir haben hier vor zwei Jahren schon mal diese Erfahrung im Pokal gemacht. Wir sind zurzeit wie eine Wundertüte, man weiß nie, was so rauskommt. Wir hätten in der ersten Halbzeit schon viel abgezockter sein müssen und hier mit mehreren Toren in Führung in die Halbzeit gehen müssen.

Aber wir wurden dann unruhig und haben nach ein paar Sekunden überhastet abgeschlossen. Da müssen wir cleverer werden und in der Hinsicht kann man uns auch einen Vorwurf machen. Aber trotzdem möchte ich unsere Leistung auf keinen Fall schmälern. Es hat sich niemand zu irgendeiner Zeit aufgegeben und wir sind sehr froh, hier mit zwei Punkten nach Hause zu fahren." Dubravko Prelcec (Trainer HLBR): "Ich muss Herbert in Hinsicht auf das schwere Spiel widersprechen. Für uns war es eigentlich das leichteste Spiel, da wir überhaupt keinen Druck hatten. Wir spielen oft gut gegen starke Mannschaften und hoffen, dass wir diese Leistung auch am Wochenende abrufen können. Da wo wir Punkte holen müssen, haben wir Probleme. Ich denke, wir hätten heute ein Unentschieden verdient gehabt. Die Mädels sind im Moment natürlich sehr enttäuscht, aber wir haben heute eine tolle Leistung gezeigt."

Sven Dubau (Geschäftsführer HLBR): "Ich bin nicht der Meinung, dass der THC ein schwaches Spiel geboten hat, denn über weite Strecken der Begegnung haben beide Teams sowohl im Angriff als auch in der Deckung überzeugt. Nach der vorübergehend klaren Führung wollten es die Gäste zu schnell entscheiden. Leider ist es dann am Ende des Spiels so gekommen wie es meistens verläuft, dass der Favorit die Platte als Sieger verlässt, damit müssen wir uns abfinden und die entsprechenden Lehren daraus ziehen."

Trotz der 14. Niederlage im 18. Spiel bleibt der Aufsteiger aber auf dem Relegationsplatz. Die Thüringerinnen bleiben unverändert Sechster.

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