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15.01.2018 22:30 Uhr - Europameisterschaft - dpa, red

Erste Stimmen nach DHB-Unentschieden gegen Slowenien - Reichmann: "Mich sicher gefühlt"

Tobias Reichmann und das DHB-Team feierten am Ende einen PunktTobias Reichmann und das DHB-Team feierten am Ende einen Punkt
Quelle: Marco Wolf
Nach dem Happy End in letzter Sekunde stürmten die deutschen Handballer auf Tobias Reichmann zu und feierten den späten Helden eines spektakulären Spiels. Mit einem verwandelten Siebenmeter warf der Rechtsaußen von der MT Melsungen den Titelverteidiger am Montag in Zagreb zum 25:25 (10:15) gegen den WM-Dritten Slowenien und damit vorzeitig in die EM-Hauptrunde. "Ich habe mich sicher gefühlt. Zum Glück hat es geklappt", so Reichmann.

"Ich hatte erst eine andere Ecke im Kopf, habe mich dann aber umentschieden", berichtete der gefeierte Reichmann direkt nach der Partie.

"Den größten Respekt für Tobi Reichmann, dass er ihn so eiskalt verwandelt. Der Junge hat jetzt einen gut bei uns", sagte Teamkollege Kai Häfner. "Auf jeden Fall überwiegt jetzt gerade die Freude. Das Spiel war eigentlich schon verloren, es war weg", fügte Häfner hinzu.

In der turbulenten Schlussphase traf Paul Drux zunächst zum 24:24, sechs Sekunden vor Ende gingen die Slowenen erneut in Führung und jubelten dann schon über den Sieg. Allerdings behinderten sie auch am Mittelkreis den deutschen Anwurf. Die beiden Schiedsrichter aus Litauen schauten sich minutenlang das Video an und gaben Rot für den Slowenen Blaz Blagotinsek sowie Siebenmeter.

Reichmann behielt die Nerven und schaffte noch den Ausgleich in hitziger Atmosphäre. "Ich spiele jetzt auch schon sehr lange Handball, aber so etwas habe ich noch nie erlebt", sagte Häfner. Reichmann witzelte: "Ich habe mich noch nie so lange vor einem Siebenmeter warm gemacht." Die Entscheidung war regelkonform, dem Vernehmen nach war beim deutschen Anwurf noch eine Sekunde auf der Uhr und somit wurde dem deutschen Team die Chance auf den Ausgleich genommen - die mit dem Siebenmeter wieder hergestellt wurde.

"Wir können aus dem Spiel vor allem die Erkenntnis ziehen, dass wir eine tolle Moral haben und uns auch bei einem großen Rückstand nicht hängen lassen", sagte Hendrik Pekeler - nach einem 14:19 hatte sich das DHB-Team zurückgekämpft und selbst nach der Sirene nicht aufgegeben und mit der Reklamation bei den Schiedsrichtern am Ende erfolgreich um den Punkt gekämpft.

"Wir sind überglücklich, dass er so starke Nerven bewiesen hat", lobte Bundestrainer Christian Prokop nach dem Handball-Krimi in Zagreb den Schützen des Ausgleichs. "Wir haben in der ersten Halbzeit nicht das umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten», kritisierte Prokop. "In der zweiten Halbzeit sind wir dann sehr hohes Risiko gegangen und dafür belohnt worden. Wichtig ist, dass wir den Fünf-Tore-Rückstand aufgeholt haben und der Kopf oben geblieben ist. Darauf können wir stolz sein", so der Bundestrainer.

Am späten Abend legten die Slowenen Protest gegen die Wertung des Spiels ein, was die deutsche Delegation jedoch gelassen zur Kenntnis nahm. "Die Schiedsrichter haben die Möglichkeit des Videobeweises genutzt und die letzten Sekunden intensiv begutachtet. Ihre finale Entscheidung ist regelkonform. Die sportliche Enttäuschung unseres Gegners ob des dramatischen Spielendes verstehen wir, aber einem Protest der slowenischen Delegation sehen wir gelassen entgegen", teilte der DHB. Die EHF wird darüber am Dienstag verhandeln.

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Männer · Europameisterschaft · Saison 2017/2018
2. Spieltag · 15.01.2018 · 18:10 Uhr
Slowenien25:25
Deutschland
Zagreb-Arena · Zuschauer : 6500
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Spielfilm:
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